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Schoggi forever

Besuch der Schokoladenfabrik Maestrani in Flawil

Goldenes Herbstwetter begrüsst die „Bündner Schoggi-Freunde“ im ländlichen Flawil, bei der Schokoladenfabrik Maestrani - Schoggi-Giessen ist angesagt!

Zu Beginn werden alle Besucher verpackt, nicht wie Osterhasen in Cellophan, sondern in weisse Plastikmäntel und das Haupt mit weichen Haarhäubchen umhüllt, damit sich auch ja kein menschliches Körpergewächs in die Schoggi verirrt, ist doch die Hygiene ein sehr wichtiger Bestandteil einer einwandfreier Schokoladeproduktion.

Alles steht schon bereit und es kann mit dem Schokolade-Giessen begonnen werden. Zuerst werden die Motivförmchen ausgewählt. Die beiden von Klammern zusammengehaltenen Formschalen werden durch die grosse Öffnung am Boden mit flüssiger Couvertüre gefüllt. Mit einem weichen Kunststoffstab wird ganz leicht an die Form „getängelt“, um auch die kleinsten Luftblasen nach oben steigen zulassen. Denn nur so entsteht eine perfekte Schokoladenfigurenoberfläche. Nun werden die Schalen zum Aushärten in einen Behälter gestellt. Die noch flüssige Schokolade beginnt sich an den Schalenwänden abzukühlen und auszuhärten. Nach ein paar Minuten werden die noch vollen Formen wieder herausgenommen und gestürzt. Dabei läuft die restliche flüssige Schokolade aus und die Form kann nun auf das Schoggi-Bödeli gestellt werden. Dann muss sich die ganze Schoggi nochmals etwas abkühlen und erst dann können die Klammern und die Formschalen entfernt werden.

Die Schokolade Grundbestandteile der Schokolade sind immer die gleichen: Cacao-Pulver, Cacao-Butter und Zucker, und je nach dem noch Milchpulver. Wie die Schokolade schlussendlich schmeckt hängt ganz vom Verhältnis der einzelnen Bestandteile und der Mischung verschiedener Cacao-Sorten ab. Eine schwarze Schokolade enthält kein Milchpulver und ist je nach Cacao-Anteil zart schmelzend oder herb.

Der Cacao-Baum treibt Blüten und Früchte gleichzeitig. Die Früchte wachsen direkt an den Stämmen. Wild wachsende Bäume werden bis 18 m hoch, die in den Plantagen jedoch werden nur bis zu einer Höhe von 8 m wachsengelassen, damit das Ernten leichter fällt. Eine Frucht enthält 20 – 40 Cacao-Bohnen. Diese werden herausgeschält und während mehreren Tagen mit Bananenblättern zugedeckt zum Gären gebracht. Danach werden sie getrocknet und für den Weitertransport in Jutesäcke abgefüllt. Erst im Verbraucherland werden die Bohnen geröstet. Aber eine geröstete Cacao-Bohne macht noch lange keine feine Schoggi ; sie wäre nämlich noch sehr bitter – die Verarbeitung macht es aus. Es bedarf noch einer längeren Bearbeitung, bis aus Cacao-Bohnen eine geniessbare Masse wird. Dazu werden die Bohnen in Conchen (franz. : Muschel) so lange gewalzt, bis sie ihr volles Aroma freigesetzt haben und eine schmelzende Schokolandenmasse entstanden ist. Bei dieser Prozedur entsteht sehr viel Wärme, die Masse darf sich nicht zu stark erhitzen und muss deshalb ständig kontrolliert werden. Die entstandene Abwärme wird im Betrieb der Firma Maestrani zur Wärmerückgewinnung wieder verwendet.

Die Fabrik Was als erstes auffällt, obwohl es Samstag ist, arbeiten doch mehrere Arbeiterinnen und Arbeiter in der Fabrik. Maestrani beschäftigt 180 Mitarbeiter und verzichtet ganz bewusst auf einen Ausbau der Automatisierung. Für die Region stellt die Schokoladefabrik einen wichtigen Arbeitgeber dar. Die Geschichte der Firma wird sehr ausführlich auf www.maestrani.ch geschildert.

In der Art und Weise hat sich seit der ersten maschinellen Fabrikation der Schokolade nicht viel verändert. Die Maschinen sind natürlich leistungsstärker geworden, aber sonst ist das Besondere der Schokolade immer noch – ein streng gehütetes Rezeptur-Geheimnis. Unter www.infozentrum-schoko.de wird vom Anbau des Cacaos bis hin zur Produktion und Verarbeitung sehr interessant berichtet.

  

         

         

       

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